Wie man die Zeit auch ohne Uhren messen kann



In der heutigen Zeit ist es sicherlich für viele wichtig, dass sie die Zeit bis auf die Sekunde genau wissen. Will man die Bahn nicht verpassen, pünktlich auf Arbeit erscheinen oder schnell noch vor Ladenschluss ein Brot kaufen, kann eine genau gehende Uhr schon mal notwendig sein. Doch manchmal gibt es auch Tage, an denen man sie eigentlich gar nicht braucht, nämlich im Urlaub. Das wäre dann auch die Gelegenheit, mal ganz ohne Uhr zu leben. Viele Menschen behaupten von sich nämlich: ohne Uhr seien sie nur ein halber Mensch. Doch auch ohne Uhr kann man herausfinden, was die Stunde geschlagen hat.

Am besten sucht man sich dafür ein einsames Hotel auf Sylt im Sommer. Denn dann kann man sich sowohl am Sonnenstand, als auch an den Gezeiten orientieren, wie spät bzw. früh es gerade ist. Fernab vom Kirchturmläuten oder anderen verräterischen Zeitansagen kann man hier jedoch erst einmal versuchen, auf seine innere Uhr zu hören, also aufzustehen wenn man ausgeschlafen hat, zu essen wenn man hungrig ist, und sich in die Daunendecken zu kuscheln, wenn man müde wird. Nach ein paar Tagen kann man schon am Druckgefühl im Magen erkennen, ob es gerade Mittag ist, auch wenn die Sonne mal nicht scheint. Außerdem kann man sich bestimmte Punkte in der Umgebung merken, die durch ihren Schatten den Sonnenstand – also die Zeit – anzeigen können. Das kann der Schatten von einem Sonnensegel auf dem Balkon sein, der Schatten eines Baumes oder einer Mauer oder wann die Sonne in welchem Winkel ins Zimmer scheint.

Es wird jedoch gar nicht so einfach sein, den digitalen oder analogen Zeitanzeigen zu entgehen. Im Radio oder Fernsehen, auf dem Telefon oder am Herd, überall wird inzwischen die Uhrzeit angezeigt. So wird man ständig daran erinnert, dass die Zeit vergeht, dass man jede Sekunde älter wird, und dass das gerade Erlebte im nächsten Moment schon wieder Vergangenheit ist.
 
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