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Digitaluhren


Digitaluhren
Uhren können viel mehr sein als Zeitmesser. Sie haben oft eine außergewöhnliche Geschichte und können das Handgelenk als ausgefallenes Kunstwerk erscheinen lassen.

Digitaluhren, die nicht zur Zeitdarstellung Zeiger auf einem Ziffernblatt verwenden wie die Analoguhren, sondern die Uhrzeit durch Ziffern erkennbar machen, erlebten ihre Revolution in den 70 Jahren.

Die Neuerfindung der Digitaluhr löste eine Euphorie aus, die man heute nur noch mit der Präsentation des iPhones von Apple vergleichen kann.
Nur die großen, renommierten Uhrenhersteller der Branche arbeiteten an ihrer Entwicklung, sie war das Wunder der Technik, wurde zum Kino-Star als Nebendarsteller im James Bond-Film "Leben und sterben lassen" – und endete leider als asiatischer Ramschartikel mit der Erfindung der LCD-Anzeige.
Digitaluhren werden heute nahezu ausschließlich von Großstadt-Randgruppen als ironisches Zitat der 80er Jahre getragen. Dabei war sie einst ein fast unbezahlbarer Zeitmesser.

Die Uhrenfirma Hamilton entwickelte 1971 den Vorreiter der modernen Digitaluhr. Sie präsentierten die erste Uhr mit LEDs zum sagenhaften Preis von 3.950 Dollar - ihr Name: Pulsar P1.

Aber schon nach kurzer Zeit der Freude über eine derart futuristische Uhr, kehrten die meisten wieder zur Reparatur zum Hersteller zurück. Die zur Beleuchtung genutzten Lichtemissionsdioden ließen die Anzeige für ganze 1 bis 2 Sekunden leuchten.
Die Anzeige der Ziffern einer Digitaluhr erfolgt heute fast ausschließlich durch LCD Elemente. In den 70er Jahren verwendete man mangels preisgünstiger LCDs die LED-Anzeigen, die auf Grund ihres hohen Stromverbrauches jedoch nur auf Knopfdruck einige Sekunden lang aufleuchteten.

Digitaluhren verwenden Schwingquarze als taktgebendes Element für die digitale Elektronik, so dass der Begriff Quarzuhr oft dem Begriff Digitaluhr gleichgesetzt wurde.

Letztlich gelang es der Schweizer Uhrenfirma Longines die Digitaluhr nicht aussterben zu lassen. Ein Jahr nach Präsentation des teuren Vorreiters kam Clepsydre auf den Markt. Dieses Modell arbeitete mit 28.000 mal weniger Strom. Der Fehler war behoben und die Digitaluhren eroberten die Welt.
Das digitale Zeitalter brach an und war nicht mehr zu stoppen. Im Zuge dessen begannen natürlich asiatische Hersteller den Markt mit billigen Billigvarianten zu überschwämmen.
Weitere Funktionen wie Datenbanken, Stoppuhr, Pulsmesser oder Kompass zogen die Käufer geradezu magisch an. Ende der 80 Jahre besaß nahezu jeder Jugendliche eine der unförmigen Baby-G und G-Shock-Modelle.

Wie alle Trendwellen endete natürlich auch diese. Trotz stetig abnehmender Euphorie haben sich die Digitaluhren am Markt etabliert. Die meisten Modelle der Neuzeit kombinieren moderne, technische Innovation gekonnt mit traditioneller Präzision.

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